„Viele unterschätzen die rechtlichen Risiken“
- office36365
- 22. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Im Gespräch mit Natürlich Keimfrei Gebäudereinigung über den Unterschied zwischen Hausbetreuung und professioneller Reinigung
Redaktion: Der Markt für Reinigung und Hausbetreuung wächst stetig. Warum ist es heute wichtiger denn je, auf einen professionellen Gebäudereiniger zu setzen?
Natürlich Keimfrei Gebäudereinigung: Weil es längst nicht mehr nur um „sauber machen“ geht. Moderne Reinigung bedeutet Fachwissen, Hygiene, Werterhalt und vor allem Rechtssicherheit. Viele unterschätzen, dass es klare gesetzliche Vorgaben gibt, wer welche Leistungen überhaupt erbringen darf. Genau hier setzen wir als professioneller Gebäudereiniger an.
Redaktion: Immer wieder hört man von Unklarheiten zwischen Hausbetreuern und Gebäudereinigern. Warum ist dieses Thema aktuell so relevant?
Natürlich Keimfrei: Weil es in der Praxis häufig zu Überschneidungen kommt – und genau das kann rechtlich problematisch werden. Viele Auftraggeber wissen nicht, dass es hier klare gesetzliche Grenzen gibt. Spätestens im Schadensfall kann das dann richtig teuer werden.
Redaktion: Wo liegt denn konkret der Unterschied zwischen einem Hausbetreuer und einem Gebäudereiniger?
Natürlich Keimfrei: Der größte Unterschied liegt im Gewerberecht. Hausbetreuung ist ein freies Gewerbe – das heißt, grundsätzlich darf es jeder anmelden. Gebäudereinigung hingegen ist ein reglementiertes Handwerk und erfordert eine entsprechende Qualifikation.
Inhaltlich bedeutet das:Hausbetreuer übernehmen einfache, alltägliche Tätigkeiten wie Stiegenhausreinigung, Schneeräumung oder kleine Wartungsarbeiten. Gebäudereiniger hingegen führen professionelle, oft technisch anspruchsvolle Reinigungen durch – etwa Fassadenreinigung, Grundreinigung oder hygienisch sensible Bereiche wie Arztpraxen aber auch die reguläre Büroreinigung.
Redaktion: Die WKO hat dazu eine sogenannte Ampelkarte veröffentlicht. Wie hilfreich ist diese?
Natürlich Keimfrei: Die Ampelkarte ist ein sehr gutes Instrument, weil sie klar zeigt, was erlaubt ist und was nicht. Grün bedeutet: erlaubt für Hausbetreuer. Rot bedeutet: ausschließlich für Gebäudereiniger.
Das Problem ist nur – viele halten sich nicht daran oder kennen die Grenzen nicht genau. Und genau hier entstehen die Risiken.
Redaktion: Können Sie uns ein Beispiel aus der Praxis nennen?
Natürlich Keimfrei: Ein klassischer Fall ist die maschinelle Reinigung oder eine Fassadenreinigung durch einen Hausbetreuer. Das fällt eindeutig in den „roten Bereich“. Wenn hier etwas passiert – etwa ein Schaden an der Oberfläche oder ein Unfall – wird es rechtlich heikel.
Redaktion: Was droht in solchen Fällen konkret?
Natürlich Keimfrei: Zunächst einmal Verwaltungsstrafen wegen unbefugter Gewerbeausübung. Die können mehrere tausend Euro betragen. Zusätzlich kann es zu wettbewerbsrechtlichen Klagen kommen – etwa durch Mitbewerber.
Und wenn bewusst falsche Leistungen angeboten werden, kann das sogar strafrechtliche Konsequenzen haben.
Redaktion: Besonders kritisch dürfte die Haftung im Schadensfall sein, oder?
Natürlich Keimfrei: Absolut. Das ist der Punkt, den viele unterschätzen. Wenn jemand außerhalb seiner Gewerbeberechtigung arbeitet, greift in vielen Fällen die Versicherung nicht.
Wir erleben immer wieder, dass vermeintlich günstigere Anbieter Leistungen übernehmen, für die sie gar nicht befugt sind. Kommt es dann zu Schäden, stehen Auftraggeber und Dienstleister vor großen Problemen.
Das bedeutet: Der Dienstleister haftet persönlich – im schlimmsten Fall existenzbedrohend. Aber auch Auftraggeber sind nicht völlig aus der Verantwortung. Wenn sie nicht prüfen, ob ein Anbieter überhaupt befugt ist, kann ihnen eine Mitschuld angelastet werden.
Redaktion: Was raten Sie daher Auftraggebern?
Natürlich Keimfrei: Ganz klar: Prüfen Sie genau, wen Sie beauftragen. Fragen Sie nach der Gewerbeberechtigung und achten Sie darauf, ob die Leistung wirklich abgedeckt ist.
Gerade bei größeren, gewerblichen Aufträgen oder sensiblen Reinigungen sollte man immer auf einen professionellen Gebäudereiniger zurückgreifen.
Redaktion: Und Ihr Fazit zum Thema?
Natürlich Keimfrei: Die Grenzen sind klar definiert – man muss sie nur ernst nehmen. Wer hier sauber trennt, vermeidet nicht nur rechtliche Probleme, sondern bekommt am Ende auch die bessere Qualität.





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